Eine Villa zur Hochzeit – die romantische Geschichte der Villa Vollmann

Der junge Baumeister Hans Vollmann fand seine große Liebe nicht etwa in der großen Stadt, sondern auf dem Höhenzug Finne. Unklar ist, ob Vollmann für einen Auftrag nach Lossa kam, was angesichts des Happy Ends auch eher nebensächlich wird: Hans verliebte sich in Ida, die Tochter der reichsten Bauernfamilie im Ort. Der Antrag ließ nicht lange auf sich warten. Nicht nur aus einem beruflichem Antrieb heraus war es für Vollmann Ehrensache, seiner Braut ein schönes Haus und dem bald frisch vermählten Paar ein Nest mit ausreichend Platz für eine Familie sowie Räumlichkeiten für seine Tätigkeit als Baumeister zu schaffen, die er hier fortsetzen wollte. Finanzieren sollten das Vorhaben Vollmanns künftige Schwiegereltern.

Im Sommer 1921 waren die Baupläne vollständig und das Konzept für den Bau stand. Anhand der Pläne wurde jedoch schon vor der Grundsteinlegung deutlich, dass Hans Vollmann seiner zukünftigen Frau nicht nur ein schnödes Wohnhaus in die Landschaft setzte. Allein die erste innenliegende Toilette in Lossa dürfte wohl für einigen Gesprächsstoff gesorgt haben.
Mit der Fertigstellung des Rohbaus 1922 offenbarte sich schließlich: Das Haus würde eine Villa werden, die sich in Form und Gestalt deutlich von den umliegenden Vier-Seiten-Höfen unterschied. Und spätestens als Holzverkleidung und Fensterläden ihre Farbgebung bekamen, war der Skandal perfekt: Die Villa Vollmann war bunt und folgte mit ihren Blau-, Rot- und Gelbtönen einem gefeierten wie belächelten architektonischen Vorbild, geschaffen von einer Berühmtheit des avantgardistischen Städtebaus dieser Zeit.














